|
|
||
|
Bundesliga-Arena-Ausstrahlung im Kabel steht auf der Kippe
Die Fans der Bundesliga müssen bangen, ob sie die kommende Saison tatsächlich live im Fernsehen verfolgen können. Denn der neue Bundesliga-Sender Arena, der sich die Rechte für die Live-Übertragung gesichert hat, kann die bundesweite Ausstrahlung bisher lediglich über Satellit garantieren. Im Kabel ist noch alles offen.
Arena hat bereits Kapazitäten beim Satellitenbetreiber SES Astra geordert. Um auch die Fernsehkunden zu erreichen, die einen Kabelanschluss haben, verhandelt Arena seit Monaten mit Kabel Deutschland (KDG) und Kabel Baden-Württemberg, die gemeinsam 58 Prozent des deutschen Kabelmarktes abdecken. Es geht um die Verteilung der Kosten. Bisher haben sich die Parteien aber nicht geeinigt. „Es kann durchaus sein, dass es nicht mehr bis zum Anpfiff klappt“, heißt es in Kreisen eines süddeutschen Kabelkonzerns. „Wir werden die Bundesliga nicht um jeden Preis zeigen“, sagte ein KDG-Sprecher. Sollte Arena – eine Tochter des Kabelkonzerns Unity Media, zu dem auch die Anbieter Ish, Iesy und Tele Columbus gehören – keinen Kompromiss mit den bisherigen Konkurrenten finden, wird ein Großteil der Zuschauer bei der Bundesliga leer ausgehen. Ish, Iesy und Tele Columbus erreichen nur gut ein Viertel aller deutschen Haushalte. Darum braucht Arena die Kooperation mit Kabel Deutschland und Kabel BW. Die Unsicherheit über das Fernsehschicksal der Bundesliga sorgt für zunehmende Unruhe bei den Fußballklubs. „Die Deutsche Fußball-Liga wird ihren Druck auf Arena verstärken“, sagt ein einflussreicher Fußballmanager in München. Denn sollten Millionen von Fans das Programm von Arena nicht empfangen können, steht auch die DFL vor einem Desaster. Die Organisation der 36 Profi-Klubs hatte die Rechte für die Live-Berichterstattung der Bundesliga erstmals an den Kabelkonzern Unity und dessen Fernsehtochter Arena für den Rekordpreis von 210 Mill. Euro verkauft. Der Bezahlsender Premiere, der über viele Jahre die Spiele am Wochenende übertragen hatte, war bei der jüngsten Vergabe leer ausgegangen. „Nachdem Klarheit mit Premiere geschaffen wurde, sind wir ein gutes Stück vorangekommen“, sagt Arena-Geschäftsführer Christoph Bellmer zuversichtlich. Arena hatte lange gefürchtet, dass Premiere über eine Allianz mit der Deutschen Telekom doch noch zu Live-Spielen kommt. Denn die Telekom hat die Rechte für das Internetfernsehen (IP-TV) für 45 Mill. Euro von der DFL erworben. Nun verzichtet die Telekom auf die Verbreitung des IP-Signals über Kabel oder Satellit, und Premiere darf die Partien nur über das von der Telekom noch aufzubauende VDSL-Netz übertragen. Diesen schnellen Internetzugang werden bis August nur wenige Menschen hier zu Lande haben. Auch wenn dieses Risiko beseitigt sei, stehe Arena unter großem Zeitdruck, heiß es in Verhandlungskreisen. Davon will die Senderspitze nichts wissen. „Ich kann mir auch einen Saisonstart ohne KDG vorstellen“, sagte Bellmer, der die Gespräche mit KDG und Kabel BW führt. Um auch ohne bundesweiten Kabelzugang möglichst viele Abonnenten zu gewinnen, verhandelt Arena auch mit dem Satellitenbetreiber Eutelsat, bisher jedoch ohne Ergebnis. Dieser ist zwar deutlich kleiner als SES Astra, hat jedoch immerhin Zugang zu zwei Millionen Satellitenhaushalten. „Noch ist nichts unterschrieben“, sagt ein Eutelsat-Sprecher. Die Zustimmung der Gesellschafter stehe aus. Arena verbreitet dagegen Zuversicht. „Ich gehe davon aus, dass wir in Kürze mit Eutelsat eine Lösung haben“, sagte Bellmer. Wie erfolgreich Arenas Werben um Kunden ist, bleibt unklar. Genaue Abonnentenzahlen will Bellmer nicht nennen. Branchenkreise gehen davon aus, dass es zum Saisonstart weniger als 300 000 sein werden. Eine Studie der DFL schätzt das Potenzial der Bundesliga im Pay-TV auf 7 Millionen Abonnenten. Der Bundesliga-Sender Arena zeigt für 14,90 Euro im Monat alle 612 Spiele der ersten und zweiten Bundesliga. Neben einem Kabel- oder Satellitenanschluss braucht der Kunde auch ein spezielles Empfangsgerät (Decoder). |
|